Montag, 30. August 2010

Bisphosphonat-Therapie? Zuerst zum Zahnarzt!

Unter der Behandlung mit Bisphosphonaten kann es in sehr seltenen Fällen zur Osteonekrosen des Unterkieferknochens kommen. Darunter versteht man chronisch-eiternde Entzündungen des Knochens, die schwer in den Griff zu bekommen sind.

Bei der Osteoporose-Behandlung mit Bisphosphonaten liegt die Wahrscheinlichkeit einer derartigen Komplikation bei unter 1 zu 10.000. Die Betroffenen weisen in fast allen Fällen weitere Merkmale auf, die augenscheinlich an der Entwicklung dieser seltenen Komplikation beteiligt sind:

  • Bisphosphonat-Einnahme über 1 Jahr
  • gleichzeitige Einnahme von Cortison-Präparaten (Glukokortikoide)
  • Alter über 60 Jahre
  • größere zahnärztliche Behandlungen

Die zahnärztlichen Behandlungen während einer laufenden Bisphosphonat-Behandlung scheinen der wichtigste Risikofaktor zu sein. In einer kürzlich veröffentlichen Untersuchung hatten rund 90% der Patienten vor der Entwicklung einer Osteonekrose sich einem zahnärztlichen Eingriff unterzogen.


Daher sollten alle Patienten, bei denen eine Bisphosphonat-Behandlung ansteht, zuvor einen zahnärztlichen Check durchführen lassen und anstehende Zahnsanierungen nicht aufschieben.